Inklusion braucht Professionalität - Teilhabe gemeinsam gestalten

Unter diesem Motto stand die 45. Bundeshauptversammlung (BHV), die vom 10.- 13.11.2011 in Saarbrücken stattfand und an der auch die Delegierten unseres Landesverbandes teilnahmen.

Foto der Bremer Deligation

Auf die Delegierten kam ein anstrengendes Programm zu, in dieser Zeit wurden neue Bundesreferenten gewählt und über 35 Anträge aus den einzelnen Bundesländern abgestimmt. So tat es gut, dass unsere 5 Delegierten, Stefanie Höfer, Michael Evers, Bastian Hartwig, Björn Bock und Achim Kaschub von 5 Gastdelegierten Sibylle Roehr, Petra Flügel, Elke Wende - Loehner, Heinrich Balser und Thomas Hohenhinnebusch, begleitet wurden. Wir konnten uns abwechseln, zwischendurch Atem holen oder durch die Stadt bummeln und die Seele baumeln lassen.

Begrüßung

Neben den Grußworten des Vorstandes sprach auch die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Fr. Kramm- Karrenbauer Grußworte. Sie sprach sich besonders dafür aus, Förderschulen nicht gegen Inklusion aufzuwägen. Beabsichtigt sei im Saarland beides adäquat auszubauen.

Einführungsvortrag von Professor Grünke (Uni Köln): „Wirksame Methoden in der Lernförderung".

Professor Grünke hielt einen interessanten und lebendigen Einführungsvortrag, indem er sich gegen oft ideologisch geführte Debatten für oder gegen Inklusion aussprach und auf seine Grundlagenforschung verwies. Eine echte Teilhabe aller ist eine besondere Herausforderung, die es zu meistern gilt. Er fragte insbesondere, welchen Beitrag die empirische Sonderpädagogik liefern kann, um den ca. 20% Kindern helfen zu können, die einer zusätzlichen Unterstützung bedürfen, um adäquate Kompetenzen in den Kulturtechniken erwerben zu können.

Zunächst ging er auf scheinbar theoriegeleitete Konstrukte ein, von denen viele Lehrer sich in ihrem Alltagshandeln leiten lassen. Hierzu gehören Thesen wie: „Die Kinder müssen selbst bestimmen können, wie sie lernen; die Lernangebote müssen in übergeordnetem Kontext angeboten werden; das Selbstwertgefühl der Schüler muss verstärkt werden; ihre individuellen Lernwege müssen berücksichtigt werden..." Er bezog sich dabei auf eine Studie aus dem amerikanischen Raum "Ten Faulty Notions About Teaching and Learning That Hinder the Effectiveness of Special" Education von William L. Heward.


Allen diesen Konstrukten sei gemeinsam, dass sie empirisch keine Verbesserung in den basalen Kompetenzen zeigen würden. Für Studenten sei es hingegen schwer, sich diesem Sog zu entziehen und Elemente des Studiums in ihrem Lehreralltag umzusetzen. Es gehe darum die Prinzipien des erfolgreichen Lernens umzusetzen.


Seine empirischen Befunde ergaben, dass pädagogisches Handeln dann wirksam war, wenn
- es sich an einem fundierten Entwicklungsmodell orientieren,
- das Problem genau identifiziert und beschrieben wurde,
- das relevante Wissen direkt vermittelt wurde,
- die Inhalte intensiv geübt wurden,
- die Schüler mindestens 90% richtig machten und Fehler möglichst unmittelbar korrigiert wurden,
- die Fortschritte ständig gemessen und regelmäßig (wöchentlich) rückgemeldet wurden,
- selbstgesteuertes Lernen erst eingeführt wird, wenn die Schüler über angemessene Kompetenzen hierfür verfügen.

Wahlen

Folgende Referenten und ihre Stellvertretungen wurden neu bzw. wiedergewählt:
Berufliche Bildung: Gerd Kossow
Förderschwerpunkt Sehen: Angela Schneider Heinen
Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung: Christine Mettlau
Förderschwerpunkt Hören: Susanne Römer
Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung: Henrik Reimers
Pädagogik bei Krankheit: Mona Meister

Anträge aus unserem Bundesland

Auch unser Bundesland hatte 2 Anträge an die BHV gestellt:

1. Einrichtung eines Referats Inklusion: Eine Beschäftigung mit dieser Thematik ist derzeit unerlässlich, mehrere Anträge auf der Hauptversammlung befassten sich mit Fragen zur Inklusion. Dem Antrag wurde nach einstündiger hin- und herwogenden Diskussion leider nicht zugestimmt, wohl aber dem daraus in Kooperation mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen als Dringlichkeitsantrag eingereichte Papier „Einrichtung einer Arbeitsgruppe" im vds - Bundesverband.

2. Vernetzung:, der Bundesvorstand möge eine landesübergreifende Vernetzung initiieren. Diesem Antrag wurde einstimmig von der Hauptversammlung angenommen.

Bericht verfasst von Elke Wende-Löhner

Mitteilungen

Veranstaltungsreihe zum Thema Förderdiagnostik

In kleinen prxisorinetierten Workshops werden unterschiedliche Testverfahren und Ansätze der Förderdiagnostik vorgestellt.

Vorstellung des WNV

Mittwoch, den 18.10.2017 von 16.30 – ca. 18 Uhr
Ort: ReBUZ West – Neubau, Vegesacker Str. 84, 28237 Bremen

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